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Schulzes und der Wohnstandort Bitterfeld-Wolfen

„Und seh’n wir uns nicht in dieser Welt …“

„Nanu“, fragte Frau Schulze verwundert ihre Tochter, die gerade zur Tür hereinkam, „wo sind den Feli und Bernd? Wir haben uns schon auf die kleine Maus gefreut.“ „Aber Mama, darüber haben wir doch gesprochen: Heute geht Peter mit seiner Tochter vormittags zum Baden ins Woliday.“ Frau Schulze schüttelte den Kopf: „Jetzt, wo du es sagst, fällt es mir wieder ein. Aber dass wir dich mal wieder ganz alleine zum Frühstück haben, das ist ja auch ganz schön.“

Während Frau Schulze Kaffee eingoss und Kathrin sich ihr Honigbrötchen schmierte, meinte sie: „Vorgestern habe ich mich mit Sabrina getroffen. An die könnt ihr euch doch noch erinnern?“ Frau Schulze überlegte: „Sabrina, das war doch deine beste Schulfreundin. Sie hat doch Bürokauffrau gelernt und lebt jetzt in München, nicht wahr?“

„Nicht mehr“, erklärte ihre Tochter. „Sie ist mit ihrem Mann und zwei kleinen Kindern vor kurzem zurückgekommen.“ „Warum denn das“, wunderte sich Frau Schulze, „hat es ihr dort nicht gefallen?“ „Nein, das nicht. Aber die Mieten sind ihr zu teuer geworden. Und das Pendeln aus dem Umland mit endlosen Staus, diesen Stress wollte sie sich nicht antun. Und weil sie in Leipzig einen guten Job gefunden hat, ist sie eben zurückgekommen.“ „Also arbeitet Sabrina in Leipzig und wohnt hier?“, fragte ihr Vater nach. „Richtig, und sie hat mir auch erklärt, warum.“ „Da bin ich aber gespannt“, meinte Herr Schulze.

1-A-Wohnstandort Bitterfeld-Wolfen

„Die beiden konnten sich hier in aller Ruhe eine schöne Wohnung aussuchen – groß, in grüner ruhiger Lage, wie es so schön heißt, sanierter Altbau oder Neubau, alles zu einem moderaten Preis. So etwas hätten sie in Leipzig nicht gefunden, von München ganz zu schweigen.“ Herr Schulze warf ein: „Kein Wunder, wie ich letztens gelesen habe, geht in Leipzig seit etwa zehn Jahren so richtig die Post ab, mit knapp 600.000 Einwohnern ist es schon an der Ruhrgebietsmetropole Essen vorbeigezogen, im nächsten Jahr wird es wahrscheinlich Dortmund einholen. Und bis Ende der 20er Jahre wird mit etwa 700.000 Einwohnern gerechnet. Das wird den Druck auf die Mietpreise zweifellos noch weiter erhöhen.“ „Und nicht nur das“, fuhr Kathrin fort. „Sabrina hat eine Zeit lang eine Leipziger Zeitung gelesen. Da gab es Schlag­zeilen wie: ‚Baby-Boom sorgt für Warteschlangen bei Leipziger Kinderärzten‘. Oder: ‚Vater mit Kind braucht jeden Tag zwei Stunden für Weg zur Kita - innerhalb Leipzigs.‘ Oder: ‚Abends stundenlange Suche nach Parkplatz in Wohnungsnähe.‘ Oder: ‚Preise ex­plodieren: Häuslebauer haben es schwer in Leipzig.‘

Kurz: Stürmisches Wachstum bringt Probleme für die Bewohner. Bei uns ist es ruhiger, die Wege zu Kita, Schule, Krankenhaus, Ärzten, Behörden, zum Spielen für die Kinder, zum Sport, zum Einkaufen usw. sind meistens kürzer, der Verkehr ist entspannt, die Luft ist besser. Die Veranstaltungen auf dem Rathausplatz und Fuh­ne­aue sind toll und die Goitzsche muss den Vergleich mit den neuen Seen im Südraum von Leipzig nicht scheuen – um nur mal zwei Beispiele für Freizeitvergnügen zu nennen.“

Nahe dran an den Großstädten

„Keine Frage, da hast du Recht“, erklärte Frau Schulze. „Aber zwei Probleme sehe ich doch: Jeden Tag nach Leipzig zur Arbeit zu pendeln, ist das nicht lästig? Und die großen Kultur-Highlights wie Oper, Gewandhaus, Zoo, Arena usw. sollten doch auch ins Gewicht fallen, oder?“ „Das habe ich Sabrina auch gefragt, und sie hat selbst lange darüber nachgedacht. Sie sagt, auch die meisten Leipziger arbeiten nicht neben ihrer Wohnung – die müssen auch längere Wege in Kauf nehmen, lange Staus beim Pendeln aus dem Umland usw. Von Bitterfeld-Wolfen aus fahren andauernd Züge nach Leipzig, mitunter fast jede halbe Stunde. Und in einer halben Stunde ist Sabrina am Leipziger Hauptbahnhof, und damit in der Innenstadt, wo sie arbeitet. Morgens fährt sie mit ihrem Mann im Auto zum Bitterfelder Bahnhof, wo sie parken. Und wer als letzter zurück kommt, fährt eben mit dem Bus nach Hause.“

Standortvorteil ICE

„Ihr Mann ist doch ein IT-Spezialist, so was mit Computern und Internet, nicht wahr? Arbeitet er denn auch in Leipzig?“, wollte Herr Schulze wissen. „Gut, dass du fragst“, erwiderte Kathrin, „das hätte ich fast vergessen. Denn was für Sabrina letztlich den Ausschlag gegeben hat, das ist der Bitterfelder ICE-Anschluss.“ Herr Schul­ze nickte zustimmend. „Das ist tatsächlich ein großer Standortvorteil. Vor allem, wenn man bedenkt, dass es eine ganze Reihe von großen Städten in Mitteldeutschland ohne ICE-Anschluss gibt, wie Jena, Chemnitz, Naumburg – und sogar unsere Landeshauptstadt Magdeburg. ‚Abgehängte Städte‘, wie man sie nennt. Aber was hat das denn nun konkret mit Sabrinas Mann zu tun?“ „Na ganz einfach, er hat einen Job in Berlin, nicht weit vom Hauptbahnhof. Und mit dem ICE ist er in einer Stunde dort, und der fährt so ungefähr alle zwei Stunden. Und wenn sie mit den Kindern nach München zu den Schwiegereltern fahren, dann sind sie in reichlich drei bis vier Stunden dort. Und auch wieder zurück – was Sabrina besonders zu schätzen weiß, wenn es wieder mal Knatsch mit der Schwiegermutter über ihre Erziehungsmethoden gibt.“

„… dann seh’n wir uns in Bitterfeld!“

Belustigung in der Runde. Aber dann hatte Kathrin noch eine Frage an ihren Vater: „Jeder kennt den Spruch: ‚Und seh’n wir uns nicht in dieser Welt, dann seh’n wir uns in Bitterfeld!‘. Weißt du eigentlich, was er bedeutet?“ Herr Schulze schüttelte den Kopf: „Ich habe schon verschiedene Erklärungsversuche gehört. So hat es z.B. in der Nähe eine Gaststätte mit dem Namen ‚Neue Welt‘ gegeben. Demzufolge: Wenn wir uns nicht in dieser Kneipe sehen, dann eben in Bitterfeld. Überzeugt mich nicht so recht. Ich denke, es geht um das Bitterfelder Eisenbahnkreuz, seit mehr als 100 Jahren ein erstrangiger Verkehrsknotenpunkt zwischen Halle, Leipzig und Berlin. Demzufolge ist gemeint: Es ist nicht wahrscheinlich, dass wir uns treffen – aber wenn, dann unbedingt dort, wo sich alle Wege kreuzen – am Bahnhof Bitterfeld.“

Frau Schulze leuchtete das einigermaßen ein: „Dank ICE ist das Eisenbahnkreuz heute eher noch wichtiger als früher. Und deshalb werden nicht nur Sabrina und ihre Familie an diesem Treffpunkt wohnen wollen, je größer die drei Großstädte werden und je teu rer und ungemütlicher das Wohnen dort wird. Meint ihr nicht auch?“