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Schulzes und das Heizen und Lüften

Ein Indizienfall

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Nachdenklich schaute Herr Schulze nach draußen, wo Schneeflocken, Regentropfen und die letzten Blätter von einem stürmischen Wind durch die Luft gewirbelt wurden. „Bei diesem Wetter geht doch nichts über eine warme gemütliche Wohnung, nicht wahr?“ Während Frau Schulze zustimmend nickte, schaute sie auf die Uhr: „Gleich drei, wollte da nicht die junge Frau Berger kommen, die mit ihrem Mann seit einiger Zeit in der dritten Etage wohnt? Übrigens beides nette Leute. Sie hat ihre erste Betriebskostenabrechnung erhalten und dazu einige Fragen.“ – Wenig später sitzt die junge Frau den Schulzes gegenüber, eine Tasse Kaffee vor sich. „Also wissen Sie, ich habe mit der alten Dame neben uns, mit Frau Meier, gesprochen. Und die hat mir gesagt, wenn ich irgendwelche Probleme mit dem Haus oder der Wohnung und so habe, dann solle ich mich an Sie wenden. Herr Schulze sei sehr hilfsbereit und so etwas wie der inoffizielle Vertrauensmann der Mieter.“ Herr Schulze winkte etwas verlegen ab und fragte: „Also welches Problem haben Sie denn?“ Frau Berger holte tief Luft: „Nun ja, das hier ist unsere erste eigene Wohnung, und alles in allem kommen wir ja auch gut zurecht. Aber ich glaube, dass unsere Heizung nicht richtig funktioniert.“ Frau Schulze legte prüfend die Hand auf den Heizkörper: „Nanu, ist doch warm. Bei Ihnen etwa nicht?“ Frau Berger winkte ab: „Ja, bei uns auch. Aber was ich meine, ist Folgendes: Obwohl wir ziemlich sparsam heizen, sind unsere Heizkosten hoch, deutlich höher z. B. als bei der Familie Bernhard unmittelbar neben uns in der gleichen Wohnung. Wir haben das mal verglichen. Was sollen wir nun tun?“ Fragend sah sie Schulzes an.

Auch richtig lüften ist wichtig!
„Wenn Ihre Heizkosten deutlich höher sind als die Ihrer Nachbarn, dann verbrauchen Sie also mehr Heizenergie“, stellte Herr Schulze fest. Man konnte Frau Berger ansehen, dass sie am liebsten gesagt hätte: „Na, da wäre ich auch alleine drauf gekommen!“ Herr Schulze grinste und fuhrt fort: „Und das, obwohl Sie sparsam heizen.“ „Ja, das sagte ich doch“, erwiderte Frau Berger ungeduldig. „Na schauen wir mal“, meinte Herr Schulze. „Wie lüften Sie denn zum Beispiel?“ „Wie schon gesagt, sehr sparsam. Wir reißen nie das Fenster sperrangelweit auf, damit nicht die warme Luft massenhaft nach draußen verschwindet. Sondern wir lassen das Fenster nur einen spaltweit auf, also angekippt.“ „Und das die ganze Zeit, ständig?“, wollte Frau Schulze wissen. „Ja, ständig, sonst haben wir ja keine frische Luft im Zimmer.“ Herr Schulze schüttelte den Kopf: „Sehen Sie, da haben Sie eine Ursache für hohe Heizkosten. Denn so entweicht ständig Wärmeenergie ungenutzt ins Freie. Etwas überspitzt gesagt: Sie heizen den Vorgarten mit!“ „Ach, und wie machen Sie das?“, wollte der Gast wissen. Frau Schulze erklärte: „Wir lüften öfters mal, kurz und kräftig – mit weit offenen Fenstern bei Durchzug; dabei stellen wir übrigens die Thermostate auf Null. Die feuchte und sauerstoffarme Raumluft wird durch trockene sauerstoffreiche ersetzt, und dabei kühlen die Wände und Möbel nicht aus. Richtiges Lüften ist übrigens auch ein gutes Mittel gegen das Entstehen von Schimmelpilz . Sie sollten das einmal versuchen!

Alle Zimmer heizen!
Während Frau Berger noch darüber nachdachte, wechselte Herr Schulze das Thema: „Heizen Sie eigentlich alle Zimmer?“ Frau Schulze erwiderte: „Nein, das Schlafzimmer nicht. Wir lassen die Tür offen, so dass es trotzdem warm genug ist. Wie ich schon sagte, wir heizen sehr sparsam.“ Schulzes schüttelten die Köpfe, gewissermaßen synchron. „Generell gilt“, erklärte Herr Schulze ein wenig schul­meis­­terlich, „dass das Halten der Temperatur in einem Zimmer weniger Energie erfordert als das Erwärmen der kalten Wände und Möbel. Also sollte auch das Schlafzimmer beheizt werden; wer es nachts kühler mag, kann ja die Temperatur dann absenken, z. B. auf 16 Grad.“ Frau Schulze ergänzte: „Außerdem bildet sich an kalten Wänden Kondenswasser  – und bald darauf Schimmelpilz an Stellen, die wegen mangelnder Luftzirkulation besonders kalt bleiben, wie Ecken und hinter Möbeln.“

Nicht überheizen!
Erwartungsvoll und zugleich ein wenig genervt schaute Frau Berger ihre Gastgeber an. „Ich nehme an, Sie haben noch weitere Fragen?“ Herr Schulze schmunzelte: „Genau! Wie warm ist es denn bei Ihnen so ungefähr?“ „Wir mögen es mollig warm. Als mein Mann vor kurzem mal im Wohnzimmer die Temperatur gemessen hat, da waren es so etwa 25 Grad. Ist das okay?“ „Eher nicht“, musste Herr Schulze sie enttäuschen. „So 20 Grad oder wenig darüber ist für die Gesundheit gut und sollte reichen. Natürlich ist das Ihre Sache, aber Sie müssen wissen: Für jedes Grad höhere Raumtemperatur zahlen Sie etwa sechs Prozent mehr Heizkosten.“

Den Thermostat regeln lassen!
Jetzt hatte Frau Schulze noch eine Frage: „Sie haben doch Thermostate an den Heizkörpern. Wie gehen Sie denn damit um?“ Frau Berger schüttelte den Kopf: „Na wie mit einem Stellknopf am Herd: Wenn es uns zu kalt ist, drehen wir ihn auf. Und wenn es zu warm wird, dann wieder zurück.“ „Sehen Sie“, warf Herr Schulze ein, „hier haben wir eine weitere Ursache für  hohe Heizkosten gefunden. Sparen können Sie, wenn Sie eine gleichmäßige Temperatur im Raum halten – das ist so wie beim Autofahren, möglichst gleichmäßiges Fahren spart Sprit. Und genau dafür ist der Thermostat auch da: Er hält eine einmal eingestellte Raumtemperatur zuverlässig konstant. Im Inneren befindet sich ein Messfühler, der den Heizkörper einschaltet, wenn die eingestellte Temperatur unterschritten wird, und ihn abschaltet, wenn sie überschritten wird. Stellen Sie also den Thermostat auf die gewünschte Temperatur ein, das wird so etwa um die Stufe 3 bis 4 herum sein, müssen Sie ausprobieren. Am besten beginnen Sie bei einer mittleren Stufe, sagen wir mal bei der 3. In die Zimmermitte stellen Sie ein Thermometer und nach etwa einer Stunde lesen Sie die Temperatur ab. Wenn die Temperatur nicht Ihren Wünschen entspricht, wählen Sie eine ein wenig höhere oder tiefere Einstellung, je nachdem. Nach einer weiteren Stunde lesen Sie wieder ab – bis Sie mit der Temperatur zufrieden sind. Und dann lassen Sie den Thermostat die Temperatur für Sie regeln.“ Frau Schulze ergänzte: „Das funktioniert allerdings nur, wenn der Heizkörper die für ihn vorgesehene Raumgröße heizt; also nicht, wenn er noch weitere Zimmer heizen muss. Also wie schon gesagt, in der Heizsaison gilt die Devise: Zimmertüren geschlossen halten!“ 

Frau Berger schüttelte nachdenklich den Kopf: „Das waren ja eine ganze Menge überraschende Informationen. Da muss ich erst mal in Ruhe drüber nachdenken. Sie meinen also, wir sollten doch unser Verhalten hier und da etwas ändern, um Heizkosten zu sparen?“ Frau Schulze lächelte: „Na, sagen wir es mal wie im Krimi: Es gibt deutliche Indizien dafür!“