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Schulzes und das Pendeln

Fahrzeit ist Lebenszeit

Alle Schulzes haben sich am Frühstückstisch versammelt. Während Kaffee eingegossen und Brötchen geschmiert werden, fragt Frau Schulze die kleine Felici­tas: „Na Feli, wie gefällt es dir denn in der Schule?“ „Toll, und weißt du was? Lernen macht manchmal mehr Spaß als Spielen.“ Frau Schulze stimmt ihrer Enkelin mit Nachdruck zu, während Felis Mutter Kathrin leise murmelt: „Na, hoffen wir mal, dass du das in einem Jahr immer noch so siehst!“

Woher sollen die Arbeitskräfte kommen?

Herr Schulze nutzt die Gelegenheit, bei seinem Schwiegersohn eine Frage loszuwerden, die ihn schon seit längerem bewegt. „Sag mal, Bernd, in Kürze werden wir mit der neuen Papier- und der Batteriefabrik mindestens 1.500 neue Arbeitsplätze bekommen. Glaubst du denn, dass so viele geeignete Leute noch bei uns zu finden sein werden?“ Bernd schüttelte energisch den Kopf: „Gerade in technischen Berufen haben wir doch jetzt schon einen Personalmangel. Mein Chef z. B. sucht doch händeringend Mitarbeiter, am besten Klempner, notfalls aber auch Quereinsteiger, und natürlich auch Azubis.“ „Das sehe ich auch so“, bekräftigte Kathrin. „Da werden die neuen Betriebe wohl auf Pendler angewiesen sein. – Warum guckst du denn so skeptisch, Bernd?“ „Nein, eigentlich sehe ich das genau so wie du“, erwiderte ihr Mann. „Aber Pendeln, das ist bestimmt nicht das Gelbe vom Ei.“ Herr Schulze schüttelte verständnislos den Kopf: „Aber 30, 40 oder zur Not auch mehr Kilometer fahren, das ist doch heutzutage kein Problem, oder?“

Pendeln – nicht das Gelbe vom Ei!

„Hast du das denn schon einmal gemacht?“, wollte Kathrin wissen „Natürlich nicht, das weißt du doch. Mein ganzes Leben hatte ich es nur ein paar hundert Meter zur Arbeit, fünf Minuten Weg oder so.“ „Deshalb stellst du dir das vielleicht auch zu leicht vor. Bei unserem letzten Klassentreffen waren einige Pendler dabei. Die waren nicht so begeistert vom Pendeln.“ „Wieso denn?“, wollte Frau Schulze wissen. „Lass mich überlegen“, meinte Kathrin. „Also das fängt damit an, dass sie aufstehen, wenn ich mich noch mal auf die andere Seite drehe. Und abends sind sie erst zu Hause, wenn ich schon längst jogge, mit Feli spiele, mit einer Freundin Kaffee trinke oder so ...“ „Und nicht immer geht alles glatt“, warf Bernd ein, unter dessen Freunden sich einige Pendler befinden. „Nehmen wir an, du bist auf das Auto angewiesen, etwa weil die Bahnverbindung zu schlecht ist. Da ist es im Herbst neblig und im Winter glatt, jedenfalls gefährlich. Da gibt es Baustellen, Unfälle, kilometerlange Staus! Das kostet Nerven und Zeit! Abends bist du oft so spät zu Hause und so erschöpft, dass nur noch Fernsehen bleibt. Und bei morgendlicher Verspätung, da gibt es Ärger im Betrieb! Außerdem kos­tet das Fahren: Tanken, Abnutzung des Autos ... Das alles kann die sogenannte Pendlerpauschale, eine Steuervergünstigung, nicht ausgleichen!“ „Aber mit dem Zug geht das doch besser, oder?“, wollte Frau Schulze wissen. „Im Prinzip schon“, meinte Kathrin. „Man kann sich entspannen und lesen, vorausgesetzt, dass der Zug  nicht rappelvoll ist. Aber Zeit kostet es auch: mehrmals am Tag der Weg zum Bahnhof, die Bahnfahrt …“ Bernd ergänzte: „Und auch hier kann einiges schief gehen: Verspätung, bei Hitze oder Kälte fällt die Klimaanlage aus oder gleich der ganze Zug. Und wie schon gesagt: Kein Chef mag es, wenn ein Mitarbeiter öfter mal zu spät kommt, da mag die Begründung dafür noch so plausibel sein!“

Wohnen in Bitterfeld-Wolfen – die bessere Lösung

„Aber da kann man offenbar nichts machen“, überlegte Frau Schulze. „Wer die guten neuen Jobs haben will und auswärts wohnt, der muss eben die Fahrerei auf sich nehmen. Ist doch klar!“ Energisch meldete Herr Schulze Protest an: „Natürlich wird es genügend Fälle geben, da geht das nicht anders – z. B. weil gerade ein eigenes Haus gebaut wurde, oder der Ehepartner kann nicht weg, oder die Eltern sind Pflegefälle oder was weiß ich. Aber für die meisten sollte es eine bessere Lösung geben.“ Kathrin hatte begriffen: „Na klar, Papa hat recht! Wir haben hier jede Menge gute und preiswerte Wohnungen aller Größen, wir haben eine sehr gute Infrastruktur (Geschäfte, Ärzte usw.), wir haben mit der Goitzsche eine Freizeitlandschaft, um die uns viele Städte beneiden, wir haben das Woliday, das Kulturhaus, Museen und was weiß ich noch alles. Und nicht zu vergessen: Genügend freie Bauflächen für den Eigenheimbau. Kurz: Wir sind ein erstklassiger Wohnstandort. Sollte man den neuen Arbeitskräften, die von auswärts kommen, nicht empfehlen, an den neuen Arbeitsort zu ziehen?“ 

Kurze Wege zu den kulturellen Highlights der Großstadt

Das leuchtete Frau Schulze zwar ein. „Aber ob Bewohnern von Großstädten, wie Leipzig, Halle oder Berlin, nicht ihre gewohnten kulturellen Highlights fehlen werden?“ Herr Schulze winkte ab: „Nach Feierabend oder an den Wochenenden ganz entspannt z.B. nach Leipzig fahren, das ist doch etwas anderes als das tägliche Pendeln. Per Zug dauert es etwa eine halbe Stunde bis zum Hauptbahnhof. Oder wer auf sein Auto nicht verzichten will, für den ist die Fahrt außerhalb der Hauptverkehrszeiten ziemlich stress­arm. Wir fahren doch auch oft genug zu Veranstaltungen usw., manchmal mit dem Auto, manchmal mit dem Zug. Es gibt also überhaupt keinen Grund, etwa wegen Oper, Gewandhaus, Zoo oder Arena unbedingt in Leipzig zu wohnen.“